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Das Kirchenjahr

Das Kirchenjahr setzt sich aus den drei Festkreisen Weihnachtsfestkreis, Osterfestkreis und Trinitatiszeit zusammen. Am Beginn des Kirchenjahres steht der Weihnachtsfestkreis mit den vier Adventssonntagen. Er führt über das Weichnachtsfest (24. - 26. Dezember) und Epiphanias (6. Januar). Im direkten Anschluss an Epiphanias startet der Osterfestkreis mit den drei Sonntagen vor der Passionszeit (neun Wochen vor dem Osterfest). Der Aschermittwoch eröffnet die sechswöchige Passionszeit vor Ostern. Deren Sonntage sind nach den ersten Worten der Wochenpsalme benannt: Invokavit, Reminiscere, Oculi, Laetare, Judica und Palmarum. Im Anschluss an Gründonnerstag, Karfreitag und den Ostertagen führt der Osterfestkreis über Christi Himmelfahrt bis zum Pfingstfest. Die Trinitatiszeit beginnt mit dem Sonntag Trinitatis, dem Tag des Gedenkens an die drei Erscheinungsformen Gottes als Vater, Sohn und Heiliger Geist, am Sonntag nach Pfingsten. Besonders bedeutende Tage in diesem Festkreis sind das Enterdankfest und die letzte Woche des Kirchenjahres, die mit dem Volkstrauertag beginnt und über Buß- und Bettag mit dem Ewigkeit- bzw. Totensonntag endet. Ausführlichere Informationen können den Seiten Das Kirchenjahr entnommen werden.
das kirchenjahr in einer grafik dargestellt
Die erste Festzeit im Kirchenjahr ist die Adventszeit.
Als die Isrealiten in großer Not waren, verkündigten die Propheten, dass eines Tages ein Befreier käme. Er würde das Volk aus aller Not herausführen, Gerechtigkeit schaffen und den Menschen ihre Angst nehmen... Christen sehen in Jesus den Befreier, der im Neuen Testament die Namen Messias, Christus, Menschensohn, Gottessohn oder Sohn Davids trägt. In der Adventszeit erinnern wir uns an sein Kommen. In Gottesdiensten und in Andachten denken wir darüber nach, dass Jesus Christus das Licht der Welt ist.

Weihnachten und Erscheinungsfest In der Weihnachtszeit erinnern wir uns an die Geburt Jesu. Die Evangelisten Matthäus und Lukas erzählen davon. Mit Jesus fing eine neue Zeit für die Menschen an, weil er sie auf Gottes Friedensreich hinwies... Weihnachten ist für viele Menschen das wichtigste Fest im Jahr. Sie wollen friedlich Zusammensein und die Festtage genießen.

Weltgebetstag
Der Weltgebetstag wird in der ersten Märzwoche gefeiert. Er wird jedes Jahr von Frauen eines anderen Landes vorbereitet. Sie laden die Frauen in der ganzen Welt zum Gebet ein. Alle beschäftigen sich mit den Nöten und Sorgen der Menschen in diesem Land und bitten Gott um Hilfe.

Passionszeit
Jesus sprach vom Reich Gottes. Er sagte: "Das Reich Gottes ist nahe, wo Menschen sich für Gott entscheiden. Bei euch fängt es an!" So beschreibt Jesus das vollendete Reich Gottes: Hungernde werden gesättigt, Traurige getröstet, Schuldigen wird vergeben. Den Sanftmütigen wird die Erde gehören!... Die Mächtigen der damaligen Zeit wollten von diesem Reich nichts wissen. Sie nahmen Jesus gefangen und verurteilten ihn. Sie ließen ihn kreuzigen... Ein besonderer Tag ist dabei der Karfreitag, an dem Jesus gekreuzigt wurde.

Ostern
Ostern ist das wichtigste Fest im Kirchenjahr. Es beginnt in der Nacht vor dem Ostersonntag. Das Licht, die Sonne oder das Feuer sind Zeichen für Ostern. Sie deuten die Auferweckung Jesu an. Er ist gestorben, aber Gott hat ihn zu neuem Leben erweckt. Daran denken die Christen, wenn sie Ostern feiern. Sie glauben: Das Reich Gottes hat begonnen. Eines Tages wird es von Gott vollendet werden.

Himmelfahrt
An diesem Tag, 40 Tage nach Ostern, denken wir Christen daran, dass wir Jesus nicht mehr sehen können, weil er bei Gott ist. Dennoch ist Jesus bei uns, wenn wir von ihm Geschichten erzählen und das tun, was er uns aufgetragen hat. Die Christen in der ganzen Welt warten darauf, daß Jesus wiederkommen und Gottes Reich vollenden wird.

Pfingsten
Die Jünger waren ängstlich und eingeschüchtert, als Jesus für sie nicht mehr sichtbar war. Sie lebten versteckt und zurückgezogen. Eines Tages, 50 Tage nach Ostern, erfüllte sie ein neuer Geist. Er kam wie Wind und Feuer über sie. Sie verloren alle Angst und traten ins Freie und begannen von Jesus zu erzählen... Zu Pfingsten feiern die Christen den "Geburtstag" der Kirche.

Dreieinigkeitsfest
Der letzte Sonntag in der Osterzeit ist das Dreieingkeitsfest (Trinitatis). Wir erinnern uns an diesem Tag daran, dass Gott uns auf verschiedene Weise begegnen kann: im Heiligen Geist, wie den Freunden Jesu zu Pfingsten; in Jesus Christus, dem auferstandenen Herrn; im Schöpfer, der die Erde geschaffen hat und die Menschen in sein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit führen möchte.

Erntedankfest
Wir danken Gott für die vielen Gaben, die er den Menschen in ihrem Leben schenkt: für die Früchte, die auf dem Feld wachsen, und für das Obst. Wir danken für alle Gaben Gottes. Wie Jesus teilen wir Gottes Gaben mit den Menschen, die nicht genug zum Leben haben.

Reformationstag
Martin Luther hat sich während seines ganzen Lebens mit der Bibel beschäftigt. Dabei entdeckte er, dass die Menschen nicht in ständiger Angst vor Gott leben müssen. Christen schauen auf Jesus Christus und wissen: Gott ist wie ein barmherziger Vater, der die Schuld vergibt. Luther fand in der Bibel viele Gedanken, die in der Kirche nicht genügend beachtet wurden. Er rief deshalb dazu auf, die Kirche zu erneuern. Die evangelischen Christen fragen am Reformationstag wie Luther, ob das Leben in ihrer Gemeinde der Bibel entspricht.

Buß- und Bettag
Dieser Tag im Kirchenjahr ist ein Angebot für Christen, über ihr Leben nachzudenken. Im Gottesdienst bekennen sie ihre Sünden vor Gott und ihren Mitmenschen und bitten um Vergebung.

Ewigkeitssonntag (Totensonntag)
Am Totensonntag gedenken wir der Verstorbenen. Wir wissen, dass sie nach der Botschaft des Alten und des Neuen Testamentes nicht für immer tot sein werden. Gott wird sie auferwecken zu neuem Leben. Gott hat einen neuen Himmel und eine neue Erde versprochen. Wir feiern an diesem Tag die Hoffnung auf dieses Versprechen. Am Totensonntag gehen viele Menschen auf den Friedhof, um an die Verstorbenen zu denken und die Gräber zu schmücken.

Texte entnommen aus "Den Glauben feiern", S.150 ff.
Mit freundlicher Genehmigung der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig.

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